
Google hat die Umstellung der Gebotsoptimierung für bestimmte budgetlimitierte Kampagnen mit dem Status „Durch das Budget eingeschränkt“ beziehungsweise „Limited by budget“ am 27. August 2026 abgeschlossen. Laut Google ist das neue Verhalten in den betroffenen Konten live.
Betroffene Kampagnen werden nun konsistenter in Richtung des hinterlegten Gebotsziels optimiert. Wenn eine Kampagne ihren Target CPA oder Target ROAS bisher deutlich übertroffen hat, kann sich ihre tatsächliche Leistung deshalb dem eingestellten Zielwert annähern. Ohne vorherige Prüfung kann das zu einem höheren tatsächlichen CPA oder einem niedrigeren tatsächlichen ROAS führen. Das betrifft jedoch nicht automatisch jede Kampagne.
Was das Target-Based Bidding Update konkret ändert
Nach Angaben von Google können budgetlimitierte Kampagnen ihre hinterlegten Gebotsziele derzeit teilweise übertreffen. Gleichzeitig kann ihre Leistung stärker schwanken, wenn das Budget verändert wird.
Seit dem 27. August 2026 optimieren betroffene Kampagnen konsistenter auf den eingestellten Zielwert. Google nennt dafür folgendes Beispiel: Hat eine Kampagne einen Target CPA von 10 US-Dollar, erzielt zuletzt aber einen tatsächlichen CPA von 5 US-Dollar, kann sich der tatsächliche CPA nach der Umstellung stärker dem Zielwert von 10 US-Dollar annähern.
Dabei handelt es sich um eine Annäherung an den Zielwert, nicht um eine Garantie, dass der tatsächliche CPA oder ROAS exakt erreicht wird.
Die Umstellung betrifft budgetlimitierte Kampagnen mit Target CPA, Target ROAS sowie – ausschließlich bei Demand Gen – Target CPC. Sie gilt für Search, Shopping, Performance Max, Demand Gen und Travel. Display- und Hotelkampagnen verwenden das neue Gebotsverhalten laut Google bereits. App-Kampagnen, Video-Reach-Kampagnen und Video-View-Kampagnen behalten das bisherige Verhalten bei.
Google Ads-Hilfe: Änderungen an zielbasierten Gebotsstrategien
Vorher und nachher: Verhalten und Handlungsempfehlungen
| Aspekt | Vor der Umstellung | Nach der Umstellung | Empfohlene Prüfung |
|---|---|---|---|
| Gebotsoptimierung | Einige budgetlimitierte Kampagnen übertreffen den hinterlegten Zielwert. | Die Optimierung erfolgt konsistenter in Richtung des eingestellten Ziels. | Prüfen, ob der Zielwert den aktuellen Geschäftszielen entspricht. |
| CPA und ROAS | Der tatsächliche CPA kann niedriger beziehungsweise der tatsächliche ROAS höher als das Ziel sein. | Die tatsächliche Leistung kann sich dem eingestellten Zielwert annähern. | Ist-Leistung, Profitabilität und Zielwert miteinander vergleichen. |
| Budget | Die Budgetbegrenzung kann zur Übererfüllung des Gebotsziels beitragen. | Das System optimiert trotz Budgetbegrenzung konsistenter auf das Gebotsziel. | Budget nur erhöhen, wenn zusätzliches Volumen wirtschaftlich sinnvoll ist. |
| Automatische Änderungen | Bestehende Ziele und Budgets bleiben unter der Kontrolle des Werbetreibenden. | Google passt weder Zielwerte noch Tagesbudgets automatisch an. | Einstellungen manuell oder mit dem Bid Target Adjustment Tool prüfen. |
Checkliste für Werbetreibende
- Kampagnen mit dem Status „Durch das Budget eingeschränkt“ beziehungsweise „Limited by budget“ identifizieren.
- Prüfen, ob Target CPA, Target ROAS oder bei Demand Gen Target CPC verwendet wird.
- Tatsächlichen CPA beziehungsweise ROAS mit dem eingestellten Zielwert vergleichen.
- Einen Zeitraum mit ausreichend Conversions wählen und saisonale Effekte berücksichtigen.
- Prüfen, ob der hinterlegte Zielwert zur Marge, Profitabilität und Wachstumsstrategie passt.
- Das Bid Target Adjustment Tool verwenden, sofern es im Konto verfügbar ist.
- Nach größeren Änderungen ein bis zwei Conversion-Zyklen abwarten, bevor die Leistung abschließend bewertet wird.
Welche Rolle First-Party-Daten und Offline-Conversions spielen
Das Bidding-Update macht First-Party-Daten oder Offline-Conversions nicht verpflichtend. Eine saubere Conversion-Messung bleibt jedoch eine wichtige Grundlage für automatisierte Gebotsstrategien.
Mit Enhanced Conversions und importierten Offline-Conversions können Werbetreibende Google zusätzliche Informationen über tatsächlich qualifizierte Leads oder abgeschlossene Verkäufe zur Verfügung stellen. Laut Google können diese Daten die Genauigkeit der Conversion-Messung und die Gebotsoptimierung verbessern. Ein bestimmtes Kampagnenergebnis ist dadurch nicht garantiert.
Für Unternehmen mit längeren Verkaufsprozessen kann es sinnvoll sein, nicht nur den Eingang eines Formulars, sondern auch spätere Ereignisse wie einen qualifizierten Lead oder einen abgeschlossenen Verkauf als Conversion zu erfassen. Voraussetzung sind eine korrekte technische Einrichtung sowie die Einhaltung der Google-Richtlinien und der anwendbaren Datenschutzanforderungen.
Was sich durch das Update nicht ändert
Das Update verändert laut Google nicht den grundsätzlichen Ablauf der Google-Ads-Auktion. Es handelt sich um eine Änderung der Gebotsoptimierung für unterstützte zielbasierte Strategien.
Auch die folgenden Punkte bleiben bestehen:
- Google erhöht das festgelegte Tagesbudget nicht automatisch.
- Google ändert den hinterlegten CPA-, ROAS- oder CPC-Zielwert nicht automatisch.
- Nicht budgetlimitierte Kampagnen mit Target CPA oder Target ROAS sind von der beschriebenen Verhaltensänderung nicht betroffen.
- Einzelne Conversions können weiterhin oberhalb oder unterhalb des Ziel-CPA liegen.
- Der tatsächliche ROAS kann weiterhin vom eingestellten Target ROAS abweichen.
Werbetreibende behalten damit die Kontrolle über ihre Budgets und Zielwerte. Entscheidend ist, dass die eingestellten Ziele die tatsächlichen wirtschaftlichen Anforderungen widerspiegeln.
Fünf mögliche Entscheidungen für betroffene Kampagnen
Google beschreibt mehrere Möglichkeiten, mit der Umstellung umzugehen. Welche davon sinnvoll ist, hängt von Profitabilität, Conversion-Volumen und Wachstumszielen ab.
- Bestehenden Zielwert beibehalten: Sinnvoll, wenn der hinterlegte CPA oder ROAS bereits dem gewünschten Geschäftsziel entspricht. Die tatsächliche Leistung kann sich nach der Umstellung stärker diesem Zielwert annähern.
- Zielwert an die bisherige Leistung anpassen: Wer die bisherige Effizienz erhalten möchte, kann den Zielwert anhand der im Bid Target Adjustment Tool angezeigten Leistung anpassen.
- Einen individuellen Zielwert festlegen: Statt die bisherige Leistung unverändert zu übernehmen, kann ein Ziel gewählt werden, der besser zu Marge, Profitabilität und Wachstumszielen passt.
- Gebotsstrategie wechseln: „Conversions maximieren“ oder „Conversion-Wert maximieren“ können für ein festes Budget mehr Volumen anstreben. Ohne Zielwert können der tatsächliche CPA oder ROAS jedoch stärker schwanken.
- Budget erhöhen: Wenn der eingestellte Zielwert profitabel ist und zusätzliches Volumen gewünscht wird, kann ein höheres Budget sinnvoll sein. Mehr Conversions oder Umsatz sind dadurch nicht garantiert.
Wenn ein Target CPA oder Target ROAS ursprünglich nur als grobe Obergrenze eingetragen wurde, sollte dieser Wert vor der Umstellung überprüft werden. Ein Zielwert, den eine Kampagne bisher deutlich übertroffen hat, kann seit dem abgeschlossenen Rollout einen stärkeren Einfluss auf die tatsächliche Leistung haben.
Da der Rollout abgeschlossen ist, sollten Werbetreibende betroffene Kampagnen jetzt kontrollieren. Das Bid Target Adjustment Tool zeigt historische Kampagnenleistungen und ermöglicht es, vorgeschlagene Zielwerte direkt zu übernehmen. Ist das Tool in einem Konto noch nicht sichtbar, wird es laut Google im Rahmen der laufenden Bereitstellung automatisch ergänzt.
FAQ: Google Ads Target-Based Bidding Update
Die am 27. August 2026 abgeschlossene Umstellung betrifft budgetlimitierte Kampagnen mit Target CPA, Target ROAS sowie Target CPC bei Demand Gen. Sie gilt für Search, Shopping, Performance Max, Demand Gen und Travel. Display- und Hotelkampagnen verwenden das neue Verhalten laut Google bereits. App-, Video-Reach- und Video-View-Kampagnen behalten das bisherige Verhalten bei.
Google beschreibt die Änderung als systemweite Umstellung und nennt keine Deaktivierungs- oder Opt-out-Option. Die eigenen Gebotsziele und Budgets können Werbetreibende weiterhin selbst festlegen. Google passt diese Werte nicht automatisch an.
Filtern Sie nach Kampagnen mit dem Status „Durch das Budget eingeschränkt“ beziehungsweise „Limited by budget“. Prüfen Sie anschließend die Gebotsstrategie und vergleichen Sie den tatsächlichen CPA oder ROAS mit dem hinterlegten Zielwert. Verwenden Sie dafür einen Zeitraum mit ausreichend Conversions und berücksichtigen Sie saisonale Schwankungen.
Bei Performance Max kann sich zusätzlich zur stärkeren Annäherung an den Zielwert die Verteilung des Traffics auf verschiedene Google-Kanäle verschieben. Google weist auf diese mögliche Verschiebung hin. Richtung und Umfang lassen sich jedoch nicht allgemein vorhersagen.